GRUNDGEDANKEN ZUM SPRACHERWERB:

- Sprachbildung und -entwicklung: Kernanliegen aller Erziehung
- Grundbedürfnis des Kindes: außerhalb seiner selbst zu kommunizieren;
- Sprache: Basis des sozialen Lebens; sie schafft Kontakt und sichert Beziehungen
- Erkenntnis der Welt geschieht über Sprache
- Gedanken und Gefühle in Worte fassen: Prozess des Ordnens und Verarbeitens von Erlebtem
- Sprache: kunstvolle Schöpfung des Menschen
- Basis: Eigenmotivation des Kindes, sich auszudrücken und zu kommunizieren
- Sprachförderung ersetzt nicht Sprachtherapie (diese muss zwingend durch Fachkräfte erfolgen)
DAS KIND ABSORBIERT SPRACHE VON ANFANG AN, DESHALB:
- gute Sprachvorbilder im Kinderhaus (klares, korrektes Sprechen – dem jeweiligen Alter des Kindes angepasst; Übereinstimmung von sprachlicher, stimmlicher und körpersprachlicher Botschaft; Blick- und evtl. Körperkontakt während des Sprechens...)
- wohlwollendes, wertfreies Zuhören; kein „schulmeisterliches Verbessern“
- anregungsreiches Sprachumfeld; Schaffen von vielfältigen Sprachanlässen in ruhiger, vertrauter Atmosphäre
- Lernen in Alltagszusammenhängen – anschauungs-, erfahrungs- und handlungsbezogen („beiläufiges Lernen“ im Vorschulbereich kindgemäßeste und nachhaltigste Form des Lernens)
- Wichtig: Sprache muss konkret begriffen, erfasst und erfahren werden; Das Kind lernt im Umgang mit den Dingen und in der Kombination mit dem entsprechenden Wort (Einführung der Montessori-Materialien, die jeweils nur eine Eigenschaft isolieren, in Verbindung mit klaren Wortlektionen)
- Nomen: wir zeigen Kindern viele Dinge und benennen sie; sie gehen damit um und vertiefen so das Gelernte (Das ist eine Kugel, das ist ein Kubus, das ist eine Untertasse, das ist eine Apfelsine...)
- Adjektive prägen sich ein über sinnliche Erfahrung (Kinder spüren nass, trocken, glitschig, kalt, hören laut, leise; schmecken salzig, süß; probieren aus, was magnetisch oder nicht magnetisch ist usw.)
- Verben lernen die Kinder, wenn Tätigkeiten selbst ausgeführt werden (ich schneide, ich laufe, ich krieche, ich esse, ich trage, ich kaufe ein...)
- Präpositionen erleben die Kinder mit ihrem eigenen Körper: ich bin auf dem Kasten, hinter der Bank, unter der Decke, im Bällebecken...)
- kreativer, lustvoller Umgang mit Sprache in partnerschaftlicher Beziehung, in Verbindung mit Bewegung, Musik, Rhythmus, (Lieder, Reime, Gedichte...); wir singen täglich mit den Kindern; ihnen stehen Musikinstrumente (Tischharfe, Keyboard) zum eigenen Musizieren und Singen zur Verfügung; viele Sprach- Zusatzmaterialen (Reimkarten, Lückengeschichten, Bildergeschichten usw.) werden ständig angeboten.
- in der vorbereiteten Umgebung: viele ausgesuchte Bilder- und Sachbücher, dem jeweiligen Alter der Kinder angepasst; Vorgelesen (bzw. von den älteren Kindern selbst gelesen) wird während der Freiarbeitszeit fast ununterbrochen.
ANBIETEN DES MONTESSORI-ENTWICKLUNGSMATERIALS ZUR LESE- UND SCHREIBVORBEREITUNG
- Sensibilisierung der Hand; Sinnliches Erfahren der Buchstaben, Kombination Zeichen und Laut (Sandpapierbuchstaben; Holzbuchstaben, Bewegliches Alphabet )
- Stärkung der Hand, besonders der Schreibfinger (Einsatzzylinder, Sortierübungen mit Pinzette, Bereitstellen von vielen verschiedenen Mal- und Zeichenmaterialien...)
- Unterstützen der Schreibmotorik: (metallene Einsätze; Vorformen der Buchstaben)
- Erstes Lesen (Lesedosen, Lesekarten, Leseheftchen, Auftragskarten...), alle festangestellten Erzieher und die Integrationskraft sind im Montessori- Diplomkurs speziell ausgebildet und auf den Lese- und Schreibprozess der Kinder vorbereitet worden; der genaue Umgang mit dem Material wurde erlernt und geübt
UMGANG MIT KINDERN, DEREN MUTTERSPRACHE NICHT DEUTSCH IST:
- Ermutigung der Eltern, zuhause die Muttersprache zu sprechen (Deutsch ist teilweise nur gebrochen möglich); Zweisprachigkeit wird so ermöglicht
- Intensive Beziehungsarbeit zu Eltern und Kindern
- Normaler Spracherwerb möglich durch frühzeitigen, ganztägigen Aufenthalt in deutschsprachiger Umgebung; von Vorteil ist die Aufnahme der Kinder ab einem Jahr in die kleine altersgemischte Gruppe, da die Altersmischung den Kindern ein optimales Lernumfeld bietet (kleine Kinder lernen von großen).
- Seit der Gründung der Arche gehört zu unserem Team eine russischstämmige Kollegin, die Russisch und Deutsch perfekt beherrscht. Sie hält guten Kontakt zu den russland-deutschen Eltern in unserer Elternschaft und erleichtert deren Integration. (Wir betreuen z. Z. acht Kinder aus russischen Aussiedler-familien).

„Ein Wort, dass ein Kind nicht kennt, ist ein Gedanke, den es nicht denken kann“
M. Montessori


